Mit voller Energie durch die kältere Jahreszeit

Mit voller Energie durch die kältere Jahreszeit

Die Tage werden kürzer und das Aufstehen fällt morgens plötzlich wieder ein kleines bisschen schwerer. Gleichzeitig bleibt der Alltag vollgepackt: lange Arbeitstage, intensive Lernphasen, anspruchsvolle Trainings oder ein volles Familienprogramm. Die richtigen Nährstoffe können dich dabei unterstützen, energiegeladen durch den Tag zu kommen.
Ivana Müller
03.09.2026
Lesedauer (in Minuten): 6

Gut versorgt für den Alltag

Unser Körper benötigt rund um die Uhr Energie. Die Basis dafür ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung, die ihn mit wichtigen Nährstoffen für Muskeln, Gehirn und Stoffwechsel versorgt.

Kohlenhydrate sind eine der wichtigsten Energiequellen für unseren Körper und versorgen unter anderem Muskeln und Gehirn mit Energie. Bei Erwachsenen sollten sie rund 45–60 % der täglichen Energiezufuhr ausmachen.

Fette versorgen den Körper ebenfalls mit Energie. Gleichzeitig sind sie wichtige Bestandteile unserer Zellen und spielen eine Rolle bei der Bildung bestimmter Hormone. Empfohlen wird für Erwachsene ein Anteil von rund 20–35 % an der täglichen Energiezufuhr.

Proteine und Aminosäuren sind wichtige Bausteine unseres Körpers und werden unter anderem für den Aufbau und Erhalt der Muskulatur benötigt. Der Richtwert für Erwachsene liegt bei 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Darüber hinaus tragen Mirkronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe zu einer normalen Funktion des Immunsystems, zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.

Eine ausgewogene Ernährung muss dabei gar nicht kompliziert sein. Wer möglichst frisch und abwechslungsreich isst, versorgt seinen Körper mit vielen wichtigen Nährstoffen und schafft damit gute Voraussetzungen, um sich auch an vollen Tagen fit und leistungsfähig zu fühlen.

Nährstoffe für energiegeladene Tage

Gerade wenn die Tage besonders voll sind und viel Konzentration gefragt ist, lohnt sich ein Blick auf die Versorgung mit folgenden Nährstoffen:

Omega-3-Fettsäuren: für das Gehirn
Unser Gehirn besteht zu etwa 60 % aus ungesättigten Fettsäuren. Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Omega-3-Fettsäure DHA (Docosahexaensäure), denn sie ist ein wichtiger Baustein der Zellmembranen unserer Gehirnzellen. Bei einer täglichen Aufnahme von 250 mg trägt DHA zur Erhaltung einer normalen Gehirnfunktion bei.
Sie kommt vor allem in fettreichem Fisch wie Lachs, Makrele oder Hering vor. Wer selten oder keinen Fisch isst, findet DHA auch in Nahrungsergänzungsmitteln auf Basis von Fisch- oder Algenöl.

B-Vitamine: für Energie und Nerven
B-Vitamine sind an zahlreichen Vorgängen in unserem Körper beteiligt. Verschiedene B-Vitamine tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel und einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Einige unterstützen zudem die normale psychische Funktion und helfen, Müdigkeit und Ermüdung zu verringern.
Gute Quellen für B-Vitamine sind unter anderem Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse. Ein Vitamin-B-Komplex kann eine Möglichkeit sein, die tägliche Versorgung mit verschiedenen B-Vitaminen gezielt zu ergänzen.

Magnesium: für Muskeln und Entspannung
Magnesium trägt zu einer normalen Muskel- und Nervenfunktion, einem normalen Energiestoffwechsel sowie zur normalen psychischen Funktion bei. Zudem hilft es, Müdigkeit und Ermüdung zu verringern. Damit ist Magnesium sowohl im aktiven Alltag als auch in Phasen der Entspannung ein wertvoller Begleiter.
Gute Magnesiumquellen sind beispielsweise Nüsse und Samen, Vollkornprodukte wie Haferflocken, Hülsenfrüchte, Kakao und grünes Blattgemüse. Lässt sich der Magnesiumbedarf über die Ernährung nicht ausreichend decken, kann ein passendes Magnesiumpräparat eine sinnvolle Ergänzung sein.

Pflanzenkraft für anspruchsvolle Zeiten

In besonders fordernden Zeiten können ausgewählte Pflanzen eine wertvolle Ergänzung sein.

Sogenannte Adaptogene werden traditionell bei körperlicher und mentaler Belastung eingesetzt. Adaptogene sind Pflanzen, die den Körper dabei unterstützen können, sich besser an Belastungssituationen anzupassen. Sie können dem Organismus helfen, mit körperlichem und mentalem Stress besser umzugehen und seine natürliche Widerstandskraft zu unterstützen.

Rosenwurz (Rhodiola rosea)
Fühlst du dich mental erschöpft, gestresst oder fehlt dir nach intensiven Tagen die Energie?
Rosenwurz zählt zu den adaptogenen Pflanzen und wird traditionell besonders in körperlich und mental fordernden Zeiten eingesetzt. Sie kann dem Körper helfen, sich besser an Belastungssituationen anzupassen und mit Stress umzugehen.

Ginseng (Panax ginseng)
Ginseng wird seit Jahrhunderten als stärkende Pflanze geschätzt. Er kann die Widerstandsfähigkeit gegenüber körperlichen und mentalen Belastungen unterstützen und zu mehr Vitalität beitragen. Daher wird er traditionell bei Müdigkeit und Erschöpfung eingesetzt.

Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus)
Die Taigawurzel, auch Sibirischer Ginseng genannt, gehört ebenfalls zu den Adaptogenen. Traditionell wird sie bei Müdigkeit und nachlassender Leistungsfähigkeit eingesetzt und kann gerade in anspruchsvollen Phasen eine wertvolle Begleitung sein.
Im Vergleich zu Ginseng wird sie eher dann gewählt, wenn kurzfristig Unterstützung gefragt ist, während Ginseng eher über einen längeren Zeitraum eingesetzt wird.

Ginkgo (Ginkgo biloba)
Fällt es dir manchmal schwer, dich zu konzentrieren oder will dir ein Name gerade einfach nicht einfallen?
Ginkgo zählt zwar nicht zu den klassischen Adaptogenen, ist aber vor allem im Zusammenhang mit Gedächtnis und Konzentration bekannt. Extrakte aus den Ginkgoblättern können die Durchblutung und damit die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen unterstützen und so einen Beitrag zur kognitiven Leistungsfähigkeit leisten.

Aromatherapie für mehr Energie
Düfte gelangen über unseren Geruchssinn direkt in bestimmte Bereiche des Gehirns. Für konzentrierte Arbeitsphasen werden gerne Pfefferminze, Rosmarin oder Zitrusdüfte eingesetzt. Besonders praktisch fürs Büro sind Riechstifte: einfach öffnen, kurz daran riechen und den frischen Duft als kleinen Energiekick nutzen.

Kleine Gewohnheiten, die einen Unterschied machen

Nährstoffe sind nur ein Teil des Ganzen. Denn wie energiegeladen und leistungsfähig wir uns fühlen, hängt auch davon ab, wie wir unseren Alltag gestalten.

Schlaf nicht unterschätzen: Während wir schlafen, laufen im Körper wichtige Regenerationsprozesse ab. Für Erwachsene sind sieben bis neun Stunden Schlaf eine gute Orientierung, wobei der persönliche Bedarf unterschiedlich sein kann. Neben der Schlafdauer spielt auch ein regelmässiger Rhythmus eine wichtige Rolle: Ähnliche Schlafens- und Aufstehzeiten helfen, den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beizubehalten.

Bewegung hält deinen Kopf fit: Körperliche Aktivität regt den Kreislauf und die Durchblutung an und versorgt dadurch das Gehirn gut mit Sauerstoff, was Aufmerksamkeit und Konzentration unterstützt. Dabei muss es kein schweisstreibendes Training sein: Die Treppe statt des Lifts oder ein kurzer Spaziergang in der Mittagspause lassen sich einfach in den Alltag integrieren.

Bewusste Pausen: Stundenlang konzentriert durchzuarbeiten ist selten produktiv. Kurze, bewusste Pausen zwischendurch helfen, Abstand zu gewinnen und danach wieder mit frischem Kopf weiterzumachen. Am besten einmal aufstehen und den Blick vom Bildschirm lösen.

Energie beginnt bei den kleinen Dingen

Eine ausgewogene Ernährung, erholsamer Schlaf, regelmässige Bewegung und bewusste Pausen zum Durchatmen helfen dir, deine Energiereserven im Alltag zu erhalten. Ausgewählte Nährstoffe können deinen Körper dabei zusätzlich unterstützen. So bist du auch in der kälteren Jahreszeit gut versorgt und bereit für alles, was der Alltag mit sich bringt.